Was sind Schulfruchtprogramme?

Frei nach der Redewendung „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ sollen Schulfruchtprogramme das Ernährungsverhalten der Kinder und Jugendlichen in Richtung einer ausgewogenen, obst- und gemüsereichen  Ernährung lenken. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen nämlich, dass sich der Genuss von Obst und Gemüse positiv auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auswirken kann. Denn Obst und Gemüse, am besten fünf Portionen am Tag, sind reich an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Schulfruchtprogramme ermöglichen den Kindern einen täglichen Zugang zu frischem Obst und Gemüse.

Der Ablauf
Im Rahmen von Schulfruchtprogrammen erhalten alle Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen mehrmals in der Woche oder täglich

  • ein Stück Obst oder Gemüse,
  • kleingeschnittenes, verpacktes Obst oder Gemüse.


Gegebenenfalls können auch Säfte (100 % Fruchtgehalt) oder Smoothies eingesetzt werden.

Es ist sinnvoll, Schulfruchtprogramme pädagogisch zu begleiten, um die Schüler zu motivieren und zu sensibilisieren. Motivationselemente können Spiele und gemeinsame Frühstückspausen sein.

Die Ziele
Schulfruchtprogramme zielen kurzfristig auf eine bessere Versorgung der Kinder mit Obst und Gemüse ab. Mittel- und langfristig gilt es, die gewohnten Verzehrsgewohnheiten aufzubrechen. Dafür müssen aber die Verhältnisse geändert werden. Sprich, Kinder und Jugendliche brauchen ansprechende Obst- und Gemüseangebote in den Schulen. Denn wird Obst und Gemüse als Snack angeboten und ist somit einfacher verfügbar, gelingt es, Kinder für eine obst- und gemüsereiche Ernährung zu begeistern. Und somit lässt sich auch das Ernährungsverhalten positiv verändern. Besonders bei Kindern ist das wichtig, da sich Ernährungsgewohnheiten bereits in jungen Jahren ausgebilden und oft das ganze Lebens beibehalten werden.

Nachhaltigkeit
Ein obst- und gemüsereiches Speiseangebot in Schulen trägt dazu bei, den Verzehr von Obst und Gemüse zu steigern. Das zeigen erste Pilotprojekte in anderen Ländern. Dieser Ansatz entspricht dem Prinzip der Verhältnisprävention, sprich: der Veränderung des Speiseangebots vor Ort, also in diesem Fall in den Schulen.

 

Verzehrsgewohnheiten Kinder

Verzehrsgewohnheiten Kinder

Wie viel Obst und Gemüse essen Kinder und Jugendliche in Deutschland? Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des DGE Ernährungsberichts 2008 finden Sie hier: Verzehrsgewohnheiten.pdf